Tobias Dreier setzt sich früh an die Spitze
Vorjahressieger über 10 Kilometer dominiert auch dieses Mal - Meyer trotzt Achillessehnenproblemen
HACHENBURG. Zum 22. Mal brüllte der Löwe - und an die 1500 Läuferinnen, Läufer und Walker folgten wieder dem Ruf zum Löwenlauf der DJK Marienstatt nach Hachenburg. 2002 wurde erstmals die „1500er-Marke" überschritten. Seitdem haben sich die Teilnehmerzahlen auf diesem hohen Niveau eingependelt. Gleichzeitig konnten die Teilnehmer des Sparkassen-Fitness-Cups letztmalig für dieses Jahr bei einem Rennen Punkte sammeln, und für die Starter beim Ausdauer-Cup ist der Löwenlauf seit Jahren vorletzter Wettkampf in der laufenden Saison. Maßgeblichen Anteil an den hohen Teilnehmerzahlen dürfte die Aufnahme des Löwenlaufs in den Ausdauer-Cup in den 1990er-Jahren gehabt haben, denn damals schossen die Zahlen in die Höhe.
Gestartet wurden die Rennen über die verschiedenen Distanzen an der Rundsporthalle an der Dualen Oberschule. Traditionsgemäß befindet sich das Ziel für alle Wettkämpfe außer den Schüler- und Jugendläufen am Löwenbrunnen auf dem „Alten Markt" in der Fußgängerzone. In Hachenburg ist für jeden etwas dabei: Die Marathonläufer/innen wurden bereits vormittags auf die Strecke geschickt. Das Rennen über die klassische Halbmarathondistanz erfreut sich seit Jahren größter Beliebtheit. Teilnehmermagnet war allerdings wieder der Lauf über 10 Kilometer. Jeder-frauen und -männer und Walker hatten 6 Kilometer zurückzulegen. Bambini, Schüler und Jugendliche gingen über 600 und 1200 Meter an den Start.
Durch bunte Herbstwälder
Rund 500 Läufer/innen wollten das „Indian-Summer-Feeling" beim 10-Kilometer-Lauf durch die Wälder um Hachenburg spüren. Bei herrlichem Wetter war der Lauf durch den bunten Herbstwald ein „Muss für alle Landschaftsläufer/innen", so der Veranstalter. Anders als im vergangenen Jahr, als sich der Herdorfer Tobias Dreier (LG Sieg) auf den ersten Kilometern noch zurückgehalten hatte, spurtete er diesmal sofort an die Spitze und gab sie bis ins Ziel nicht mehr ab. Dass Dreier noch nicht an seiner Leistungsgrenze angelangt ist, zeigte sich wieder beim Löwenlauf. Nachdem er 2007 noch 33:51 Minuten benötigt hatte, war er dieses Mal schon nach 33:26 Minuten im Ziel.
Einen harten Kampf gab's um Platz zwei. Bis 500 Meter vor dem Ziel lagen Andreas Rottler (TuS Deuz) und Knut Seelbach (SG Niederhausen-Birkenbeul) noch zusammen. Doch dann setzte Rottler an, und Seelbach konnte nicht folgen. Rottler, der noch in der vergangenen Woche in Essen beim Marathon „Rund um den Baldeneysee" in 2:35 Stunden gefinisht hatte, wurde Zweiter (35:04) vor Vielstarter Seelbach (35:11).
Bei den Frauen kamen die drei Erstplatzierten mit 43er-Zeiten ins Ziel. Susanne Büdenbender vom TuS Deuz war die Schnellste in 43:28 Minuten. Die 20-jährige Ina Rademacher (SG Wenden/43:49) wurde Zweite knapp vor Bianca Schneider (CVJM Siegen), die sechs Sekunden länger unterwegs war.
Höllisches Tempo
Beim Halbmarathon waren knapp 200 Höhenmeter zu bewältigen. Auf der ersten Hälfte ging's vorwiegend bergauf - bis zum Aussichtsturm Gräbersberg bei Alpenrod. Danach verlief die Strecke leicht abfallend bis zum Ziel. Peter Meyer (LG Sieg) und Simon Jung (EJOT-Team TV Buschhütten), die sich beide auf den Frankfurt-Marathon am nächsten Wochenende vorbereiten und gelegentlich gemeinsam trainieren, schlugen ein höllisches Tempo an. Nach 16 Kilometern bekam Jung, der seinen ersten Halbmarathon bestritt, Beklemmungen im Brustbereich, die ihn zeitweise zu Gehpausen zwangen. Er musste Meyer ziehen lassen, der trotz seiner Achillessehnenbeschwerden nicht nachließ und mit 1:14:38 Stunden eine seiner besten Leistungen bot. Der Streckenrekord (1:08:16) von Igor Koscheev aus 1997 lag allerdings in weiter Ferne.
Der 22-jährige Alsdorfer Student Jung sicherte sich nach 1:17:18 Stunden Rang zwei vor dem Vorjahressieger Sascha Fiedler (CVJM Siegen/1:17:36), der Dritter wurde, obwohl er fast zwei Minuten schneller als 2007 war. Zwei junge Läuferinnen, die ansonsten eher auf kürzeren Strecken anzutreffen sind, bestimmten das Rennen bei den Frauen: Die 18-jährige Tina Schneider (ASG Altenkirchen) siegte in 1:31:41 Stunden mit einem Vier-Sekunden Vorsprung vor der 21-jährigen Lisa Heimann vom TV Kreuztal.
Beim Jedermannrennen über 6 Kilometer siegte Johann Pelger (Selters/23:24 Minuten) vor einem der besten nationalen Athleten in der Altersklasse M55, Gerhard Schneider (CVJM Siegen/ 24:28). Für Leichterlaufen.de ging die schnellste Frau, Carolina Toros (29:31), an den Start. Schnellster Walker war Robert Weller (SC Dreikirchen/43:48).
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